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05.03.2010

Bionik: RAMPF Giessharze und Uni Freiburg nehmen Selbstreparatureffekte der Liane zum Vorbild

Für Lianen ist Wundheilung eine Selbstverständlichkeit. Bald auch für Polyurethan-Schäume von RAMPF Giessharze? Im Labormaßstab ist es dem Forschungsteam um Dr. Olga Speck vom Kompetenznetz Biomimetik der Universität Freiburg bereits gelungen. Bei der Fachtagung „Innovative Dichtungstechnologien“ von RAMPF in Grafenberg am 25. März 2010 stellt die Wissenschaftlerin die erste technische Anwendung vor: eine selbstreparierende Membran für pneumatische Strukturen.

Leichtbaustruktur

Die aufblasbare Leichtbautragstruktur Tensairity® könnte bald mit einer selbstreparierenden Beschichtung aus Formschaum von RAMPF ausgerüstet sein. Das Bild zeigt das Dach eines Parkhauses in Montreux in der Schweiz, das die Firmen Airlight und Luscher Architectes mit Tensairity Balken 2004 gebaut haben.

Liane

Lianen sind nicht nur Kletterkünstler, ihre Selbstreparatureffekte sind vorbildlich. © Gerd Reiber - Fotolia.com

Die Natur stellt uns ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an biologischen Vorbildern zur Verfügung. Diesen Schatz müssen wir nutzen, um Innovationen zu schaffen“, fordert Dr. Olga Speck. Seit 2002 ist sie als Managerin verantwortlich für Netzwerkaufgaben im "Kompetenznetz Biomimetik“ der Universität Freiburg und betreut mehrere bionische Forschungsarbeiten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Selbstreparatur und Selbstadaption von Materialien. Das Projekt trägt den Namen „Bionische Selbstreparierende Membranen“, kurz: BSM. Dieses wird seit 2006 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Bionik – Innovationen aus der Natur“ finanziert. In diesem interdisziplinären Forschungsprojekt forschen Biologen und Chemiker der Universität sowie Physiker und Ingenieure der EMPA an Selbstheilungsprozessen in Natur und Technik.

Selbstreparatureffekte der Liane auf den Polyurethan-Schaum übertragen Durch die Zusammenarbeit mit RAMPF Giessharze aus Grafenberg ist ein wichtiger Schritt auf diesem Gebiet gemacht. In ersten Untersuchungen mit einem halbharten Formschaum der Marke RAKU-PUR® ist es gelungen, die Wundversiegelung von Lianen auf den Polyurethan-Schaum zu übertragen. Eine selbstreparierende Beschichtung verhindert bei Kunststoffmembranen in pneumatischen Systemen, dass sie bei Einrissen mit sofortigem Druckabfall reagieren. Normalerweise wird das Material, das sich durch eine niedrige Viskosität, gute Haftung und eine hohe mechanische Festigkeit auszeichnet, für die Filterherstellung eingesetzt. Durch das BSM-Projekt wäre in Zukunft ein ganz anderer Einsatz von RAKU-PUR® denkbar - etwa beim Bau von Veranstaltungshallen oder Behelfsbrücken mit der aufblasbaren Leichtbautragstruktur Tensairity®, welche an der EMPA in der Schweiz untersucht wird. Erste Versuche sprechen für sich. „Bei Verletzungen mit Nägeln bis zu einem Durchmesser von fünf Millimetern konnte die Geschwindigkeit des Druckabfalls im Vergleich zu unbeschichteten Membranen um zwei bis drei Größenordnungen verringert werden und somit ein hervorragender Selbstreparatureffekt erzielt werden. Selbst Luftmatratzen oder Schlauchboote könnten vielleicht eines Tages von den luftigen Konstruktionen profitieren“, ergänzt Speck. Beim Fachsymposium „Innovative Dichtungstechnologien der Firma RAMPF Giessharze am 25. März 2010 in Grafenberg präsentiert die Wissenschaftlerin ihre Arbeit. Im nächsten Schritt soll die Umsetzung auf einer automatisierten Dosierzelle DC-CNC von Partnerunternehmen RAMPF Dosiertechnik erprobt werden.

Verschmelzung von Wissenschaft und Wirtschaft
„Die Firma RAMPF ist mit Innovationen groß geworden. Und die Entwicklung geht weiter. Unsere Partner von der Universität Freiburg sind ein eindrücklicher Beweis dafür“, freut sich Dr. Klaus Schamel, Geschäftsführer RAMPF Giessharze. Im erst kürzlich erbauten Innovationszentrum will er seine Gäste in die Marke RAKU-PUR® eintauchen lassen. Dabei verschmelzen Wissenschaft und Wirtschaft. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Bern wird das Schlagwort Innovation auf wissenschaftlichem Niveau geschult und im Workshop umgesetzt. Neben praktischen Vorführungen der neuesten Technologien von RAMPF stehen Vorträge von weiteren namhaften Partnern und Kunden auf dem Programm. Dazu zählen die Bayer Material Science AG und die Kuka Roboter GmbH. Zur Zielgruppe des eintägigen Seminars gehören Anwender aus sämtlichen Schlüsselindustrien. Die Dichtsysteme der Marke RAKU-PUR® kommen in Schaltschränken, Leuchten, Haushaltsgeräten, aber auch im Automobil zum Einsatz. „Den Anwendungsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt“, betont Schamel.

 

i Fachtagung „Innovative Dichtungstechnologien“, Grafenberg, 25.03.2010
Die eintägige Fachtagung „Innovative Dichtungstechnologien“ findet am 25.03.2010 in Gra-fenberg statt. Es wird ein Unkostenbeitrag von 80 Euro erhoben. Weitere Informationen er-halten Sie per Mail an info@rampf-giessharze.de oder unter Telefon +49 (0) 7123 9342-0.