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19.08.2011

RAMPF-Gruppe zieht Bilanz: „Wir haben ein tolles Geschäftsjahr hinter uns“

Zur Bilanzpressekonferenz der RAMPF-Gruppe am 16. August 2011 am Firmensitz in Grafenberg sprach der geschäftsführende Gesellschafter der RAMPF Holding Michael Rampf über die Bilanzzahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2010/2011 und nahm Stellung zu dem erfolgreichsten Geschäftsjahr der RAMPF-Gruppe seit der Unternehmensgründung im Jahre 1980, zu Investitionen, zu vergangenen und kommenden Highlights sowie zur Personalentwicklung

Bilanz

BU: RAMPF-Gruppe zieht erfolgreichste Bilanz seit Unternehmensgründung

Familienunternehmen RAMPF

BU: Rudolf RAMPF hat sich Anfang des Jahres 2011 aus den operativen Geschäften zurückgezogen und übergab den Großteil seiner Geschäftsanteile an seine Söhne Michael und Matthias. Beide halten somit je 37 Prozent der Anteile.

PET-Flakes

BU: Hochwertiges Blockmaterial aus recycelten PET-Flakes von RAMPF Tooling war der Renner auf der Euromold 2010.

Neues Schleifzentrum von EPUCRET

BU: Neues Schleifzentrum von EPUCRET Mineralgusstechnik wurde in Bessenbach eröffnet.

Peter Philippe Weiss

BU: Neue Reihe bei RAMPF: „Innovationsstars auf der roten Couch“ mit Sound-Designer Peter Philippe Weiss.

Die RAMPF-Gruppe ist ein typisch schwäbisches mittelständisches Familienunternehmen mit einer innovativen und nachhaltigen Unternehmensphilosophie. Die zentralen Aussagen der Bilanzpressekonferenz betrafen die Umsatzentwicklung, das zunehmende internationale Geschäft und die Investitionen in Standorterweiterungen und neue Produktgruppen. Die Schwerpunkte des Bilanzpressegesprächs lagen auf dem starken internationalen Geschäft und der steigenden Nachfrage nach Maschinengestellen der Firma EPUCRET durch den Werkzeugmaschinenbau.

Umsatz
„Wir haben ein tolles Geschäftsjahr hinter uns, deshalb fällt es uns leicht, hierzu ein Bilanzpressegespräch zu geben“, begrüßte Michael Rampf die anwesende Presse. Der erwartete konsolidierte Umsatz zum 30.06.2011 beträgt 104,5 Millionen Euro. Das entspricht einem Umsatzplus von 46 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2009/2010 und einem Zuwachs von rund 15 Prozent zum bisherigen Spitzenjahr 2007/2008.
Die Umsätze national lagen im vergangenen Jahr bei 41,4 Mio. Euro, die internationalen Umsätze lagen deutlich höher bei 61,3 Mio. Euro. „Die internationalen Märkte sind für uns enorm wichtig. Der Anteil des internationalen Geschäfts macht rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes aus“, so Michael Rampf. „Vor allem in den USA sind wir in der Krise stark gewachsen“, erklärte Michael Rampf, der in den Jahren 2003-2004 die RAMPF Group, Inc. in Wixom, Michigan, USA aufgebaut hat. Der US-amerikanische Standort bietet das komplette Produkt- und Serviceangebot der RAMPF Giessharze, RAMPF Dosiertechnik und RAMPF Tooling an. Seit 2008 ist eine eigene Flüssigharzproduktion in Betrieb. Auch die Entscheidung vor 5 Jahren, eine japanische Niederlassung in Osaka, im südwestlichen Teil von Japan zu grün-den, war von Erfolg gekrönt. Mit 4,5 Millionen Euro Umsatz zählt sie in Japan inzwischen zu den führenden Anbietern von Modellbauwerkstoffen. Seit kurzem vertreibt die RAMPF Group Japan auch Maschinenbetten aus Mineralguss, die RAMPF (Taicang) Co. Ltd. für den asiatischen Markt herstellt. Die chinesische Niederlassung der RAMPF-Gruppe wurde 2007 gegründet.

Umsatzentwicklung
Der Umsatzzuwachs von 46 Prozent zum Vorjahr sei auf verschiedene Entwicklungen zurückzuführen. Zum einen hat die allgemeine Konjunktur zur Verbesserung der Realwirtschaft beigetragen, zum anderen trugen die Projekte, die von RAMPF in der Krise angestoßen wurden, wie neue Dienstleistungen und Produkte sowie die  vor acht Jahren begonnene Internationalisierungsstrategie der RAMPF-Gruppe deutlich Früchte. Auch zur Finanzkrise nahm Michael Rampf Stellung. „Da RAMPF auch in der Kundenstruktur ein breit aufgestelltes Unternehmen ist, wurden
unsere Geschäftsfelder zeitlich versetzt von der Krise getroffen. Als erstes Unternehmen war EPUCRET von der Krise betroffen und musste mit Kurzarbeit reagieren, während die Mitarbeiter der Firma RAMPF Dosiertechnik noch vollkommen ausgelastet waren.“ Trotz eines zweimaligen Umsatzrückgangs in den Vorjahren 2008/2009 und 2009/2010 hatte der Kunstharzspezialist nur in einem Jahr ein negatives Ergebnis zu verbuchen. „Wir haben die Krise gemeistert“, berichtete Michael Rampf stolz. Zurückzuführen sei das gute Management in der Krise auf ein solides Kostenreduzierungsprogramm, einen angemessenen Investitionsstop, der bereits geplante Investitionen jedoch nicht ausschloss und auf einen Solidarpakt mit den Mitarbeitern. Der Solidarpakt innerhalb der Gruppe sah einen 5-10 prozentigen Lohnverzicht der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über einen Zeitraum von rund 10 Monaten bei gleicher Arbeitsleistung vor. Eine weitere strategische Maßnahme in der Krise war der Verkauf der RAMPF Automation zum 01.01.2010.

Kunden
Zu den Hauptbranchen der RAMPF-Gruppe gehören die Automobil- und deren Zulieferindustrie, der Werkzeugmaschinenbau, die Elektro- und Elektronikindustrie, die Bauindustrie und Neue Energien, in den Sparten Photovoltaik und Windenergie. Weitere Branchen, wie die Medizintechnik, die Filterindustrie, die Haushaltsgeräte- und Möbelindustrie sowie die Messtechnik gehören zunehmend zu den Abnehmern von RAMPF-Produkten. Die Unternehmensgruppe legt Wert auf eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit seinen Kunden. Vor allem Technologiepartnerschaften spielen für RAMPF eine große Rolle, was das Fachsymposium der RAMPF Giessharze im Juni 2011 demonstrierte. Rund um das Thema „Intelligente Kunststofflösungen der Zukunft“ stellte der Kunststoffspezialist Polyurethane, Epoxide und Silikone als Problemlöser zukünftiger Fragestellungen vor. Namhafte Referenten der Firmen Festo, Daimler, KUKA und BSH Bosch und Siemens Hausgeräte berichteten über Nachhaltigkeit, Innovation und Vernetzung. „Rund 100 Gäste durften wir in Grafenberg begrüßen. Dabei wurden bestehende Technologiepartnerschaften genutzt, um die Vielfältigkeit unserer Materialien zu zeigen und es wurden neue Partnerschaften geschlossen.“
Größter Kunde von EPUCRET sind die Unternehmen der Gildemeister-Gruppe, der weltweit größte Werkzeugmaschinenhersteller.

Investitionen
Geprägt durch die Krise hat die RAMPF-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr
2,9 Millionen Euro investiert. Die Unternehmen verfügen über modernste Produktionsanlagen für die Herstellung und Verarbeitung von Reaktionsharzen. RAMPF wird  im Geschäftsjahr 2011/2012 rund 8 Millionen Euro investieren. Investiert wird in die Silikonfertigung als drittes Standbein der Firma RAMPF Giessharze, in die Erweiterung der Fertigung „großvolumiger“ Modelle  bei RAMPF Tooling sowie in neue Produktgruppen EPUTRONIC, EPUSTONE und EPUGRIND der Firma EPUCRET.  Auch ein neuer Standort der RAMPF Group, Inc. befindet sich mitten in der Planungsphase. In Zimmern (o.R.) verfügt RAMPF Dosiertechnik mit einem  Erweiterungsbau bald über zusätzliche Nutzfläche von rund 3.500 Quadratmetern. Der firmeneigene Neubau soll im Frühjahr 2012 eröffnet werden und schafft Platz für ein neues Logistik- und Dienstleistungszentrum, für eine erweiterte Anwendungstechnik und eine Lohnfertigung.
EPUCRET Mineralgusstechnik hat in der Krise den Grundstein für Weiterentwicklungen gelegt“, so Michael Rampf. Mit der Eröffnung eines neuen Schleifzentrums im bayrischen Bessenbach im Juli 2010 wurde ein wichtiger Punkt in der Wertschöpfungskette erzielt. Das Präzisionsschleifen der Maschinengestelle, das auch weiterhin an externe Firmen zur Lohnfertigung übergeben wird, konnte damit teilweise in die eigene Produktionskette integriert werden. Somit deckt EPUCRET den heutigen Bedarf von der Herstellung des Materials, der Konstruktion und Entwicklung von Maschinengestellen bis hin zum Präzisionsschleifen ab. Sowohl Mineralguss- als auch Hartgesteinsbetten werden durch Schleifen und Handläppen µm-genau hergestellt und anschließend mit Antrieben und Steuerung zu kundenspezifi-schen, mechatronischen Positionier- und Bewegungssystemen komplettiert. Über diese Entscheidung sind die Initiatoren sehr froh.

Größte Einzelprojekte
Als große Projekte des abgelaufenen Geschäftsjahres nannte Michael Rampf ein Kantenvergusssystem für die Bauindustrie, die Modelbauplatte
RAKU-TOOL® MB-0720 von RAMPF Tooling und eine Misch- und Dosieranlage von RAMPF Dosiertechnik mit Handling-Robotern und Vakuumstationen zum Verguss von Wechselrichtern für die Photovoltaikindustrie.

Mitarbeiter und Ausbildung
Die Mitarbeiterzahl der RAMPF-Gruppe ist kontinuierlich um 8 Prozent gestiegen. Zum 30.06.2011 beschäftigte RAMPF weltweit 444 Mitarbeiter, davon lag die Beschäftigtenzahl an den deutschen Standorten bei 388 Mitarbeitern. Ein weiterer Anstieg auf 500 Beschäftigte wird im laufenden Geschäftsjahr 2011/2012 erwartet.
Die Firmen der RAMPF-Gruppe bilden ihre Fachkräfte im Unternehmen aus. Au-ßerdem werden seit mehreren Jahren bei der RAMPF Dosiertechnik Diplom-Ingenieure in den Fachrichtungen Mechatronik und Maschinenbau im Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg am Campus Horb am Neckar ausgebildet. Die RAMPF-Gruppe hat eine gute Ausbildungsquote. Allein im laufenden Geschäftsjahr beginnen sieben neue junge Menschen ihre Ausbildung bei RAMPF. Zurzeit absolvieren 21 Mitarbeiter eine Ausbildung. Darüber hinaus bietet RAMPF durch Praktikantenstellen und Diplomarbeiten zahlreiche Möglichkeiten das breit aufgestellte Unternehmen kennenzulernen. Im Rahmen der Kooperationen mit zum Einzugsgebiet von Grafenberg gehörenden Schulen des Ermstals und dem Partnerbetrieb RAMPF stellen Michael und Matthias Rampf den Schülerinnen und Schülern sowie weiteren interessierten Gruppen regelmäßig das Unternehmen vor. „Vor allem den Ausbildungsberuf zum Chemiekanten wollen wir bekannt machen. Im letzten Jahr haben wir drei Stellen ausgeschrieben“, so Michael Rampf.

Messen
Das breit aufgestellte Produktsortiment kommuniziert RAMPF auf nationalen und internationalen Messen. Im laufenden Geschäftsjahr wird RAMPF auf  den nationalen Messen Composites Europe, Bondexpo, Fakuma und Productronica sowie auf internationaler Ebene auf den Messen Elecrama im indischen Mumbai, der Plast India in Neu-Delhi/Indien, auf der Winfair in Istanbul/Türkei, auf der EP in Shanghai/China, auf der Chinaplas in Shanghai, auf der CEF – China Electronics Fair in Shenzhen/China und auf der Plast in Mailand/Italien vertreten sein.
Auf den diesjährigen Messen zeigt RAMPF sein Know-how als Systemanbieter von Kunststoffen auf der Basis nachwachsender Rohstoffe. „Auch in dem Bereich der Nachhaltigkeit entwickeln wir uns weiter und bieten unseren Kunden ein großes Spektrum an Möglichkeiten an“, erklärte Michael Rampf.

Selbstverständnis des Unternehmens
Zum Selbstverständnis des inhabergeführten Familienunternehmens gehört es, die Unternehmensphilosophie auch praktisch zu leben. Im Zuge der 2008 gestarteten Innovationsoffensive hat RAMPF eine neue Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, „Innovationsstars auf der roten Couch“. Die Gäste, die auf die rote Couch eingeladen werden, sind mutig innovative Wege gegangen. Der erste Gast im RAMPF-Innovationszentrum in Grafenberg war der Sound-Designer und Komponist Peter Philippe Weiss. Die nächsten Gäste werden erfolgreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Sport sein. Mit der Diskussionsplattform fördert RAMPF den abteilungs- und generationsübergreifenden Austausch unter den Mitarbeitern und Mit-arbeiterinnen. „Innovationen entstehen nur aus der Kommunikation heraus und nur mit Ideen kann man kreativ sein“, so Michael Rampf.